Falter im Kreis Recklinghausen und Umgebung

Bläulinge und Feuerfalter
(Lycaenidae)

Hauhechel-Bläuling
Polyommatus icarus












 

 

 

 



Braunkolbiger Braundickkopffalter
Thymelicus sylvestris











Schwarzkolbiger Braundickkopffalter
Thymelicus lineola













Gelbwürfeliger Dickkopffalter
Carterocephalus palaemon












Kleiner Würfel-Dickkopffalter

Pyrgus malvae











Komma-Dickkopffalter

Hesperia comma
 

Der Falter bringt 2 - 3 Generationen hervor, die von Mai bis September fliegen.
Der Hauhechel-Bläuling besiedelt vor allem feuchtes bis trockenes nicht zu intensiv genutztes Grünland und Grünlandbrachen, wie Glatthaferwiesen, Feucht- und Magerrasen. Zudem ist er an Feld- und Wiesenrainen, auf Waldwegen sowie auf Ruderalflächen zu finden.
Im Kreis Recklinghausen ist er als Ubiquist quasi "übeall" zu finden.
Gefunden habe ich ihn an der Trasse “König Ludwig” auf den Freiflächen am Wegesrand und in der Hardt, in der Nähe des Kohlenmeilers bei Flaesheim und auf den Flächen der ehmaligen Fischteiche bei Ahsen und in meinem Hausgarten.
Im oberen, offenen Bereich der Halde Hoheward ist er je nach Blühzeit, mehr oder weniger häufig anzutreffen ist. Ich wundere mich jedes Mal, wie sich der Bestand nach der radikalen Mähaktionen des Regionalverband Ruhr (RVR) im späten Sommer immer wieder erholt. Die Wahl anderer Mähmethoden mit ungemähten Bereiche oder Randstreifen würde die Anzahl der Individuen sicher deutlich erhöhen und auch etwas empfindlichere und spezialisierteren Arten eine Chance geben. Auf der Halde konnte ich bisher 15 Tagfalterarten feststellen - dass ist nur eine Art mehr als in meinem Hausgarten!

Der Hauhechel-Bläuling ist in ganz NRW verbreitet und häufig und steht nicht unter Schutz.

 
Die Falter fliegen in einer Generation von Mai bis Juli/August.
Die Falter leben auf Wiesen, an Böschungen, Straßenränder und extensiv bewirtschaftetes Grasland sowie Schotterwegen, wenn die begleitende Flora blütenreich ist.
Gefunden habe ich bisher Stellen mit blütenreicher Flora an Wegrändern in der Haard, an der Trasse “König Ludwig”, auf auf dem Zechengelände “König Ludwig” und im Hausgarten in Recklinghausen-Süd.
In NRW gehört die Art zu den häufigen Schmetterlingen und ist nicht gefärdet.


HANNING erwähnt den Fund des Schwarzkolbigen Braundickkopffalters auf dem Truppenübungsplatz Haltern-Borckenberge in den Jahren 1981/82 (4) und auf dem Truppenübungsplatz Haltern-Lavesum, 1998-2003 (5).
Zechengelände „König Ludwig”, Recklinghausen (2019)

Hausgarten, Recklinghausen
-Süd (2019)
In NRW gehört die Art zu den häufigen Schmetterlingen und ist flächendeckend verbreitet.

HANNING erwähnt den Fund des eienes Gelbwürfeliger Dickkopffalter aus Haltern-Hohe Mark vom , 08.06.1971 mit 1 Falter (STELLMACH) (3), desweiteren Funde auf den Truppenübungsplätzen Haltern-Borkenberge, 1998-2007 (4) und Haltern-Lavesum in den Jahren 1998-2003 (5). Weitere Untersuchungen ab 2008 für den Kreis Recklinghausen liegen bis jetzt nicht vor!

In den letzten Jahren sind die Bestände des Gelbwürfeligen Dickkopffalters stark zurückgegangen. Er ist in der Roten Liste NRW (1999) insgesamt als gefährdet (RL 3) eingestuft. Wenn man die Vorkommen in den einzelnen Großlandschaften betrachtet kann man weiter differenzieren. Im Niederrheinischen Tiefland und in der Westfälischen Bucht wird er sogar als stark gefährdet (RL 2) geführt. Die Bestände im Weserbergland und in der Eifel/Siebengebirge sind etwas stabiler (Vorwarnliste). (6)

HANNING erwähnt den Fund des Kleinen Würfel-Dickkopffalter auf dem Truppenübungsplätzen Haltern-Borckenberge in den Jahren 1981/82 (4) Haltern-Lavesum, 1998-2003 (5).
Weitere Untersuchungen ab 2008 für den Kreis Recklinghausen liegen bis jetzt nicht vor!

In NRW ist der Kleine Würfel-Dickkopffalter schon recht selten geworden. In den verschiedenen Naturgroßräumen von NRW zeichnet sich nach der Roten Liste der bedrohten Schmetterlingsarten NRWs (1999) folgendes Bild ab: Im Niederrheinischen Tiefland und im Bergischen Land gilt er als "ausgestorben", während er in der Niederrheinischen und der Westfälischen Bucht, dem Westfälischen Tiefland und dem Sauer-/Siegerland als "stark gefährdet" eingestuft wird. Lediglich im Weserbergland, der Eifel und dem Siebengebirge steht er "nur" auf der Vorwarnliste und ist somit häufiger zu finden. (6)

HANNING erwähnt den Fund des Komma-Dickkopffalters auf dem Truppenübungsplatz Haltern-Borckenberge in den Jahren 1981/82 (4)) und Haltern-Lavesum, 1998-2003(5).
Weitere Untersuchungen ab 2008 für den Kreis Recklinghausen liegen bis jetzt nicht vor!
Der Komma-Dickkopffalter ist zwar in allen Großlandschaftsräumen NRWs - mit Ausnahme des Bergischen Landes (RL 0 = ausgestorben oder verschollen) - anzutreffen, wird aber in der Roten Liste der Tagfalter NRWs (2011) in der Kategorie RL 2 = stark gefährdet geführt. In den meisten Großräumen ist er sogar bereits vom Aussterben bedroht (RL 1). In der Literatur wird vermutet, dass er sogar deutlich seltener als angenommen ist, da es schnell zu Verwechslungen mit dem Rostfarbigen Dickkopffalter kommen kann (s. o.). (6)

 

(1) Karsten Hannig:: Bemerkenswerte Macrolepidopteren-Beobachtungen im Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) - Melanargia, 9 (1): 22-24 Leverkusen, 1.4.1997
(2) Karsten Hannig: Bemerkenswerte Macrolepidopteren-Beobachtungen im Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen). Teil II - Unter besonderer Berücksichtigung des Truppenübungsplatzes Haltern-Lavesum - Melanargia, 12 (2): 46-55 Leverkusen, 15.8.2000
(3) Karsten Hannig::Bemerkenswerte Macrolepidopteren-Beobachtungen im Kreis Recklinghausen (Nordrhein-Westfalen) (III) - Melanargia, 14 (3): 60-69 Leverkusen, i. 10.2002
(4) Hanning, Karsten: Die Großschmetterlinge (Insecta, Macrolepidoptera) des Truppenübungsplatzes Haltern-Borkenberge (Kreise Coesfeld und Recklinghausen). In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde, 71 (3): 335-364. Münster, 2009
(5) Karsten Hannig: Die Großschmetterlinge (Insecta, Macrolepidoptera) des Truppenübungsplatzes Haltern-Platzteil Lavesum (Kreis Recklinghausen und Kreis Borken) In: Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde 67 (4): 29-54, Münster 2005
(6) www.natur-in-nrw.de

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